top of page

Blog · Gedanken aus der Praxis

Grow Your Vision

16. Mai 2026

Paartherapie

5 Min. Lesezeit

Mit Hörprobe & Video

Video

Hörprobe

Track NameArtist Name
00:00 / 01:04

9 Gründe, weshalb die Kommunikation in der Beziehung nicht funktioniert.


Junges Paar in den Dünen spazierengehend

9 Gründe, weshalb die Kommunikation in der Beziehung nicht funktioniert

 

Warum Streit unsere Gespräche beherrscht — und die Verbindung verloren geht.

 

Streitigkeiten sind in Beziehungen nicht ungewöhnlich. Aber wenn sie zum täglichen Brot werden, ist es Zeit innezuhalten. Viele Paare stellen sich die Frage: Warum streiten wir immer, wenn wir reden? Es fängt gut an — und endet irgendwann im Chaos. Die Worte werden schärfer, die Verletzungen tiefer. Und die Verbindung, die mal da war, scheint in weiter Ferne.

 

Ich kenne diese Momente aus unzähligen Gesprächen in meiner Praxis. Und ich kenne die Muster, die immer wieder auftauchen. Hier sind neun davon.

 

 

1. Man hört zu, um zu antworten — nicht um zu verstehen

Während der andere noch spricht, formuliert man schon die eigene Antwort. Das ist menschlich — aber es bedeutet: Man ist gedanklich bereits woanders. Der Partner spürt das, auch ohne dass ein Wort darüber fällt.

 

 

2. Vorwürfe statt Bedürfnisse

"Du bist immer so" ist ein Vorwurf. "Ich brauche mehr Nähe von dir" ist ein Bedürfnis. Beide sagen dasselbe — aber nur einer davon öffnet eine Tür.

 

 

3. Angesammelte Verletzungen färben jedes Gespräch

Wenn alte Wunden nicht geheilt sind, wird jedes neue Gespräch mit ihnen belastet. Man streitet dann nicht mehr über das, was gerade passiert — sondern über alles, was darunter liegt.

 

 

4. Unterschiedliche Kommunikationsstile

Manche Menschen brauchen Zeit, bevor sie über etwas reden können. Andere wollen sofort sprechen. Wenn diese Stile aufeinanderprallen, entsteht das Gefühl: Er will gar nicht reden. Dabei will er — nur anders.

 

 

5. Das Handy als dritte Person im Raum

Ein Gespräch mit halbem Blick auf den Bildschirm ist kein echtes Gespräch. Die Botschaft, die dabei ankommt: Das hier ist nicht wichtig genug.

 

 

6. Angst vor dem Konflikt — deshalb gar nicht erst anfangen

Manche Paare vermeiden bestimmte Themen jahrelang, weil sie Angst vor dem Streit haben. Das Problem: Was nicht gesagt wird, verschwindet nicht. Es sammelt sich an — und wird irgendwann zum Vulkan.

 

 

7. Verallgemeinerungen

"Immer", "nie", "du machst das ständig" — solche Formulierungen lösen sofort eine Verteidigungshaltung aus. Niemand kann konstruktiv antworten, wenn er sich pauschal angegriffen fühlt.

 

 

8. Der falsche Zeitpunkt

Erschöpft nach der Arbeit, gestresst, hungrig, müde — das sind die schlechtesten Momente für schwierige Gespräche. Trotzdem finden viele Paare genau dann statt.

 

 

9. Niemand hat es je vorgelebt

Konstruktive Kommunikation ist keine Selbstverständlichkeit — sie ist eine Fähigkeit. Und viele Menschen sind damit aufgewachsen, dass in ihrer Familie entweder geschwiegen oder geschrien wurde. Beides ist lernbar. Aber man muss es lernen wollen.

 

 

Wenn Sie sich in mehreren dieser Punkte wiedererkennen: Das ist kein Urteil. Es ist ein Ausgangspunkt. In der Paartherapie arbeite ich mit Paaren daran, aus diesen Mustern herauszukommen — konkret, direkt, ohne Umwege. juergensturm.de/paartherapie

 

 

 

Jürgen Sturm  ·  juergensturm.de  ·  Mai 2026

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page